war am wochenende in Duisburg – anstatt zu den nachtansichten zu gehen (wie meine chefin vorgeschlagen hatte, damit ich mein wertvolles wochenende nicht mit arbeiten an ihrer website verschwende [das hat sie wirklich so gesagt!!!]) sind wir (mein süßer und ich) kuzerhand nach Duisburg gefahren.
(noch son unterschied zwischen hungernden studenten und fest in der arbeitswelt stehenden ‘Erwachsenen’ Menschen – da wird dann mal schnell das Navi eingeschaltet und in weniger als 2 stunden fahrt ist man da. Wenn ich mir überlege welch ein Aufwand das wäre mit Bus und Bahn und den [StudentInnen-mädels, für die wäre das sicher auch etwas gewesen] hin, dann die nacht auf irgendeinem bahnhof verbringen [von seltsamen Gestalten im halbschlaf angegraben werden und die ganze zeit frieren]…..autschn – nee, hätt ich dann doch nicht gemacht….)
also – sehr entspannend. und das obwohl ich ja schon lange keine klassische musik mehr gehört habe. [damals, frag mich nicht warum, ich weiss auch nicht, als ich in der 'pubertät' war (falls es die wirklich gibt und nicht einfach nur ne ausrede von eltern ist, die mit ihren kids nicht mehr klarkommen) hab ich ja ne menge klassik gehört. ne ganze zeit lang. und dann nie wieder.wahrscheinlich mentaler overkill? ] aber ich bin ja für fast alles zu haben [fast, hab ich gesagt, fast!] und daherwegen mit offenen augen und ohren dahin.
direkt am anfang hat mich das einstimmen hinweggerissen. wie kriegen die ihre instrumente in dem tonwirrwarr alle richtig gestimmt? faszinierend! und dann die sache mit der ersten geige (die hat das stimmen eingeleitet und überwacht) – ich hab ja gedacht [und wenn ich etwas denke ist das in meinem kopf realität, weißt schon] die sache mit der ersten geige wär halt einfach so ein altes sprichwort (den sinn muss man dann ja nicht mehr verstehen, denn sprichwörter werden vom sprachwandel verschont, die habens gut!) dabei ist das wohl wirklich die person, die wichtig ist und was zu sagen (stimmen) hat. und ich hab gedacht alle warten jetzt auf den dirigenten und die kleine ist halt der streber vom dienst, die alle schon mal strammstehen lässt. uuups. everyday is a school day.
beim ersten stück konnte ich meine augen nicht vom dirigenten lassen (nee, nicht weil er so sexy von hinten aussah, [obwohl....]) sondern weil die ganzen bewegungen (also der akt des dirigierens) irgendwie lustig (‘comical’) anmutete. Die ganzen Bewegungen und die Gebärden schienen irgendwie nicht zu meinem (wohl eher nicht profi-musik-karriere-tauglichem) Taktgefühl zu passen. ich wusste nur noch ganz schwach (damals, aus den sinnentleerten musikstunden der schule), dass grosse bewegungen lautstärke bedeuten.
also, beim ersten stück fesselte der dirigent meinen blick, beim zweiten wars die solistin. wo sollte ich auch anders hinschauen – sie, die einzige die nicht schwarz trug sondern feen-weiss stehend hervorstach aus der sonst sitzenden menge der musiker. hierbei sind mir natürlich ihre bewegungen aufgefallen, schwierig zu beschreiben, aber wer sowas schon mal gesehen hat, weiss bestimmt was ich meine. hat das einen musikalischen grund oder warum machen solisten / musiker sowas?
das dritte stück dann wieder ohne solistin, dafür aber mehr musiker. die bühne war ganz schön vollgestellt. lustig: ein geiger hat das stimmen verpasst, der kam etwas zu spät aus der pause. und mittendrin, dem ende zu riss der ersten geige eine saite. das ging alles so schnell, dass mein süsser das gar nicht wirklich mitbekommen hat (der hatte seine augen vor der linse), denn knapp eine sekunde nach dem saitenriss hatte die zweite geige schon geigen mit der ersten getauscht. die erste konnte also weiter spielen. die zweite drehte sich mit der geige der ersten in der hand um, zu der hinteren reihe, aber die hatten das gar nicht mitbekommen. dann schnell wieder blick nach vorn, weiterspielen (ob geigen dann wohl verstimmt sind?), einen augenblick später wars dann aber doch noch angekommen und die zweite geige bekam auch noch eine andere. das alles hat nur wenige augenblicke gedauert, und ich hätte es gar nicht gesehen, wenn ich nicht zufällig gerade in diesem moment in die richtige richtung geschaut hätte.
da sieht mans wieder – unerwartete momente, spannung bis zum reißen und richtige action kanns auch bei klassikkonzerten geben. das nächste mal bitte noch eine verfolgungsjagd und ich bin happy.
fotos gibts hier (ich hatte mein handy nicht mit) und auf der seite der duisburger philharmoniker